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Stefan Zahm
Joined: 01 Jun 2006 Posts: 297 Location: 66839 Schmelz
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Posted: Sun Jul 05, 2009 20:28 Post subject: Neu! Daimler 26/45 Kégresse "Schneewagen". |
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Liebe Modellautofreunde,
heute möchte ich euch ein ganz besonderes Modell vorstellen.
Nach dem Ixten 300 SL in allen möglichen Farben und den sonstigen Doubletten der letzten Zeit, tut es mal wieder richtig gut, ein Modell in der Hand zu halten, an dessen Umsetzung sich bislang noch keiner der "Großen" rangetraut hat. UND WAS FÜR EINES!
Ein Modell aus der Jugendzeit des Automobils, aus einer Zeit, wo noch viel herumexperimentiert wurde und wo noch fast jedes Modell ein Unikat war, weil es bei den Automobilherstellern durchgängige Praxis war, eine große Anzahl der Modelle nur mit Motor und Fahrgestell auszuliefern und die Karosserie dann von den zahlreichen Karosseriefirmen je nach Kundenwunsch angefertigt wurde.
Es ist ein Daimler 26/45 von 1909/1910 aus der Garage von Zar Nikolaus II. , der von Adolphe Kégresse zu einem, sagen wir mal, Halbkettenfahrzeug (allerdings mit Gummiband statt Kette) umgebaut worden war.
Stanislav Kiriletz hat sich mit diesem Modell einen lang gehegten Traum erfüllt. Er hatte dieses Fahrzeug als Jugendlicher in seiner Heimat in einer Fernseh - Dokumentation gesehen und seither hatte ihn dieses Fahrzeug nicht mehr losgelassen. Nach jahrelangen Recherchen hat er zusammen mit dem für seine präzisen Nachbauten bekannten Hersteller "Kherson-Modell" aus der Ukraine diesen, von Adolphe Kégresse umgebauten Halbketten Daimler 26/45 als 43er Modell realisiert. Das Originalfahrzeug hatte im Januar 1913 erfolgreich an dem Rennen St. Petersburg - Kronstadt - St. Petersburg auf dem Eis der Ostsee teilgenommen. Dieses einzigartige Modell besteht aus Kupfer(Karosserie,Fahrgestell und Räder), aus Kunststoff und diversen anderen Metall- und Fotoätzteilen. Als Vorlage dienten ausschließlich historische Fotos und technische Zeichnungen von Adolphe Kégresse. Das Original, ein Fahrzeug aus den Beständen von Zar Nikolaus dem 2ten ist leider seit den Wirren der russischen Revolution verschollen.
Januar 1913. Adolphe Kégresse am Steuer seines Wagens während dem Rennen St .Petersburg – Kronstadt – St. Petersburg auf dem Eis der Ostsee
Und wie ihr hier weiter sehen könnt, ist dieses Modell trefflich gelungen. Alle Details wurden exakt nachgebildet und befinden sich am richtigen Platz. Sogar die superfein nachgebildeten Antriebsketten, das kaiserliche Wappen und viele andere Details sind exakt nachgebildet. Aber schaut euch doch lieber die Fotos an, denn Bilder sagen ja bekanntlich mehr als tausend Worte.

Dieses auf nur 70 Exemplare limitierte Prachtstück wird in einer Kunststoffbox mit Zertifikat in russischer, französischer, deutscher und englischer Sprache geliefert.
Es kostet 165,- Euro und für Mitglieder des MBMC 150,- Euro und kann bei Stanislav Kiriletz bestellt werden. http://www.kiriletz.de
Einen ausführlichen Bericht von Bernd D. Loosen über dieses Modell, das Original und Adolphe Kégresse könnt ihr in unserem MBMC-Journal 2/2009 nachlesen.
Zu Adolphe Kégresse und seiner Erfindung schreibt Stanislav Kiriletz folgendes:
Adolphe Kégresse wurde 1879 in Héricourt (Frankreich) geboren. Von Beruf Ingenieur, zog er 1905 im Alter von 26 Jahren nach Russland um und fand Anstellung in St. Petersburg. Erst in der Maschinenfabrik "Lessner", später als persönlicher Fahrer am Hofe des Zaren Nikolaus II. Im Jahre 1907 nahm er die russische Staatsbürgerschaft an und leitete alsbald den kaiserlichen Wagenpark in der "Persönlichen Garage seiner Kaiserlichen Majestät Zar Nikolaus II" in Zarskoe Selo in der Nähe von St. Petersburg. Als er feststellte, daß wetterbedingt, die kaiserliche Familie einen guten Teil des Jahres auf Ausfahrten verzichten mußte, begann er im Jahre 1909 mit Experimenten die dazu führten, daß er 1912 auf der Basis eines Mercedes 26/45 Ps. Automobils das erste brauchbare Fahrzeug der Welt vorstellen konnte, das durch einen Gummiband-Antrieb anstelle der hinteren Räder völlig wetterunabhängig durch Schnee, Matsch, Schlamm und auf trockenen Straßen zugleich fahren konnte. Das von Adolphe Kégresse in Russland und Frankreich patentierte System, seither als "Kégresse-Antrieb" bekannt, zeichnete sich insbesondere auch dadurch aus, dass jedes Kardan-angetriebene Fahrzeug problemlos damit ausgerüstet werden konnte. Zwischen 1913 und 1922 wurden in Russland serienmäßig mehrere Automobile und Panzerwagen mit Kettenantrieb nach dem "System Kégresse" bei den "Poutiloff-Werke" in St. Petersburg umgebaut.
Im Zuge de politischen Unruhen und der Entmachtung de Zaren ging Kégresse im Sommer 1917 nach Frankreich zurück und wurde 1919 von Citroên angestellt, wo er in den zwanziger und dreißiger Jahren zusammen mit dem Ingenieur Jacques Hinstin an der Weiterentwicklung seiner Erfindung arbeitete. Er starb 1943 in Croissy-sur-Seine in Frankreich.
Wer mehr über die Entstehung dieses Modells, die Automobile von Zar Nikolaus II, und über Herrn Kégresse und seine Erfindungen wissen möchte, kann sich "hier" den ausführlichen Bericht von Stanislav Kiriletz zu diesem Thema ansehen. _________________ Schöne Grüße aus dem Saarland
Stefan
Last edited by Stefan Zahm on Thu Jan 14, 2010 22:34; edited 7 times in total |
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AC
Joined: 28 Apr 2007 Posts: 474
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Posted: Sun Jul 05, 2009 22:23 Post subject: |
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Hallo Stefan,
ein interessanter Bericht und eine ausführliche Präsentation dieses Modells.
Meine Hochachtung
Gruß
AC _________________ Mercedes-Benz Modellauto-Club e.V.
Besuchen Sie uns auf unserer Website www.mbmc.de und in unserem Forum http://forum.mercedes-benz-clubs.com/viewforum.php?f=8 |
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